Kurz gesagt: Für die Haare nimmst du süßes Mandelöl (Süßmandelöl), am besten kaltgepresst und ohne Zusätze. Es ist leicht, fast geruchlos und beschwert das Haar kaum. Es macht die Längen weich und geschmeidig, bändigt Frizz und lässt das Haar glänzen. Du kannst es als Haarkur vor dem Waschen, als Tropfen für die Spitzen oder für eine Kopfhautmassage verwenden. Bittermandelöl ist dagegen kein Pflegeöl für die Haare.
Deine Spitzen fühlen sich strohig an, die Längen sind nach dem Waschen schwer zu kämmen oder dein Haar steht bei trockener Heizungsluft in alle Richtungen ab? Dann bist du vielleicht schon auf Mandelöl gestoßen. In diesem Ratgeber erfährst du, was Mandelöl für deine Haare tun kann und was nicht, für welche Haartypen es passt, wie du es Schritt für Schritt anwendest und warum du süßes und bitteres Mandelöl nicht verwechseln solltest.
Inhalt
- Was ist Mandelöl?
- Süßmandelöl oder Bittermandelöl: Was ist der Unterschied?
- Was kann Mandelöl für deine Haare?
- Für welche Haartypen eignet sich Mandelöl?
- Mandelöl für Haare: So wendest du es an
- Lässt Mandelöl die Haare wachsen?
- Mandelöl im Vergleich mit anderen Haarölen
- Welches Mandelöl eignet sich für die Haare?
- Darauf solltest du achten
- Häufige Fragen
Was ist Mandelöl?
Mandelöl ist ein fettes Pflanzenöl, das aus den Kernen der süßen Mandel gepresst wird. Auf der Zutatenliste (INCI, die internationale Bezeichnung für Kosmetik-Inhaltsstoffe) steht es als „Prunus Amygdalus Dulcis Oil“. Das Wort „Dulcis“ bedeutet süß. Daran erkennst du, dass es sich um das Öl der süßen Mandel handelt.
Mandelöl besteht zum größten Teil aus Ölsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure, dazu kommen Linolsäure und Vitamin E. Es ist hellgelb, dünnflüssig, riecht kaum und zieht gut ein. Wird es kaltgepresst, also mechanisch und ohne zusätzliche Hitze gewonnen, bleiben seine Inhaltsstoffe weitgehend erhalten.
Süßmandelöl oder Bittermandelöl: Was ist der Unterschied?
Die Namen klingen ähnlich, gemeint sind aber zwei ganz verschiedene Produkte. Wenn in Haarpflege-Tipps von „Mandelöl“ die Rede ist, ist immer das fette Öl der süßen Mandel gemeint.
| Süßmandelöl | Bittermandelöl | |
|---|---|---|
| Herkunft | Kerne der süßen Mandel | Kerne der Bittermandel |
| Art des Öls | fettes Pflanzenöl | meist ätherisches Öl (Duft- und Aromaöl) |
| Duft | fast geruchlos, leicht nussig | stark, typischer Marzipanduft |
| Verwendung | Haar-, Haut- und Massagepflege | blausäurefrei als Aroma, z. B. beim Backen |
| Für die Haare | ja, als Pflegeöl pur oder gemischt | nein, kein Pflegeöl für die Haare |
Bittere Mandeln enthalten Amygdalin, aus dem bei der Verarbeitung giftige Blausäure entstehen kann. Ätherisches Bittermandelöl wird deshalb nur blausäurefrei und in sehr kleinen Mengen als Aroma oder Duftstoff verwendet, zum Beispiel beim Backen. Als Haaröl ist es nicht gedacht. Für deine Haarpflege greifst du also immer zu Süßmandelöl, oft einfach „Mandelöl“ oder „süßes Mandelöl“ genannt.
Was kann Mandelöl für deine Haare?
Mandelöl ist ein Pflegeöl. Es legt sich als feiner Film um das Haar, ohne es zu verkleben. Das spürst und siehst du vor allem in den Längen und Spitzen:
- Weich und geschmeidig: Trockene Längen fühlen sich weicher an und lassen sich leichter kämmen.
- Weniger Frizz: Abstehende Härchen legen sich, das Haar wirkt glatter und ruhiger.
- Glanz: Gepflegtes Haar reflektiert das Licht besser und sieht glänzender aus.
- Schutz für die Spitzen: Ein paar Tropfen in den Spitzen machen sie geschmeidiger, sodass sie beim Kämmen und Stylen weniger beansprucht werden.
- Angenehme Kopfhautmassage: Weil Mandelöl so mild ist, eignet es sich gut, um eine trockene, spannende Kopfhaut zu pflegen.
Was Mandelöl nicht kann: Bereits gespaltene Spitzen wieder zusammenfügen. Spliss lässt sich nur abschneiden. Öl kann aber dazu beitragen, dass die Spitzen geschmeidig bleiben und weniger schnell brechen.
Für welche Haartypen eignet sich Mandelöl?
Mandelöl gehört zu den leichten Haarölen und passt deshalb zu fast jedem Haartyp. Entscheidend ist die Menge:
| Haartyp | So passt Mandelöl | Menge als Leave-in |
|---|---|---|
| Feines Haar | nur in die Spitzen, sparsam dosieren | 1–2 Tropfen |
| Normales Haar | Längen und Spitzen, gelegentlich als Kur | 2–3 Tropfen |
| Trockenes, strapaziertes Haar | regelmäßig als Haarkur, zusätzlich in die Spitzen | 3–4 Tropfen |
| Lockiges und krauses Haar | als Kur und zum Versiegeln von Feuchtigkeit nach dem Leave-in-Conditioner | 3–5 Tropfen, je nach Länge |
| Schnell fettende Kopfhaut | nur Längen und Spitzen, Ansatz aussparen | 1–2 Tropfen |
Bei sehr trockenem, dickem oder krausem Haar mischen viele Mandelöl mit einem reichhaltigeren Öl. Ein bewährter Mix ist Mandelöl mit Bio-Rizinusöl: Das dickflüssige Rizinusöl wird durch das Mandelöl leichter verteilbar. Einen Überblick über weitere Öle findest du in unserem großen Haaröl-Guide.
Mandelöl für Haare: So wendest du es an
Ob als Kur, für die Spitzen oder die Kopfhaut: Du brauchst weniger, als du denkst. Starte lieber mit wenig Öl und nimm beim nächsten Mal mehr.
Als Haarkur vor dem Waschen (Pre-Poo)
- Menge abmessen: Für schulterlanges Haar reichen etwa 1 bis 2 Teelöffel Mandelöl, für langes oder dickes Haar entsprechend mehr.
- Leicht anwärmen: Das Öl in den Handflächen verreiben oder die Flasche kurz in warmes Wasser stellen.
- In Längen und Spitzen verteilen: Das trockene oder leicht feuchte Haar Strähne für Strähne einölen, die Spitzen besonders gründlich.
- Einwirken lassen: Mindestens 30 Minuten, gern auch ein paar Stunden. Ein Handtuch oder eine Duschhaube hält die Wärme.
- Gründlich auswaschen: Shampoo zuerst auf das noch trockene, geölte Haar geben und aufschäumen, dann erst Wasser dazu. So löst sich das Öl leichter. Bei Bedarf ein zweites Mal shampoonieren.
Über Nacht einwirken lassen
Bei sehr trockenem Haar kannst du die Kur auch über Nacht einwirken lassen. Flechte das Haar locker zusammen und schütze dein Kopfkissen, zum Beispiel mit einem alten Handtuch oder einer Seidenhaube. Am nächsten Morgen wäschst du das Öl wie oben beschrieben aus. Einmal pro Woche reicht für die meisten Haartypen.
Für die Spitzen (Leave-in)
- 1 bis 3 Tropfen in den Handflächen verreiben.
- In die Spitzen und das untere Drittel der Längen kneten, im handtuchtrockenen oder trockenen Haar.
- Nicht auswaschen. Wenn sich das Haar schwer anfühlt, war es zu viel, nimm beim nächsten Mal weniger.
Für die Kopfhaut
- Das Haar scheiteln und einige Tropfen Mandelöl direkt auf die Kopfhaut geben, am besten mit einer Pipette.
- Mit den Fingerspitzen sanft in kreisenden Bewegungen einmassieren, etwa 3 bis 5 Minuten.
- Mindestens 30 Minuten einwirken lassen und dann gründlich auswaschen.
Wenn deine Kopfhaut oft spannt oder juckt, findest du weitere Tipps in unserem Ratgeber Trockene Kopfhaut: Was hilft wirklich? Bei starkem Juckreiz, Rötungen oder Schuppen, die nicht besser werden, lass das bitte ärztlich abklären.
Mandelöl mit Rizinusöl mischen
Für eine reichhaltigere Kur mischst du 2 Teile Mandelöl mit 1 Teil Rizinusöl. Die Mischung lässt sich gut verteilen und ist ideal für trockene, lockige oder krause Längen. Anwendung und Einwirkzeit wie bei der Haarkur.
Lässt Mandelöl die Haare wachsen?
Diese Frage taucht in Foren und auf Social Media immer wieder auf. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Mandelöl das Haar schneller, länger oder dichter wachsen lässt. Wie schnell und dicht dein Haar wächst, hängt vor allem von deinen Genen, deinem Alter, Hormonen und deiner Gesundheit ab.
Warum berichten trotzdem viele von „mehr Länge“? Wer seine Spitzen regelmäßig pflegt, muss sie oft seltener schneiden, weil sie weniger schnell brechen. Das Haar wird also nicht schneller länger, aber es bleibt mehr Länge erhalten. Das ist ein echter Pluspunkt, aber eben Pflege und kein Wachstumsmittel. Wenn dir auffällig viele Haare ausfallen, lass das bitte ärztlich abklären.
Mandelöl im Vergleich mit anderen Haarölen
| Öl | Konsistenz | Duft | Besonders beliebt für |
|---|---|---|---|
| Mandelöl | leicht, dünnflüssig | fast geruchlos | feines bis normales Haar, Spitzen, Kopfhaut, als Basis für Mischungen |
| Arganöl | leicht | leicht nussig | trockenes, lockiges Haar, Finish für Glanz |
| Rizinusöl | sehr dickflüssig | neutral bis leicht herb | intensive Kuren, Wimpern und Augenbrauen |
| Kokosöl | fest unter etwa 24 °C | nach Kokos | Kuren vor dem Waschen |
Alle diese Öle enthalten keine Silikone. Woran du Silikone auf der Zutatenliste erkennst und warum viele „Haaröle“ aus der Drogerie gar nicht überwiegend aus Öl bestehen, liest du in unserem Artikel Haaröl ohne Silikone: Worauf du achten solltest.
Welches Mandelöl eignet sich für die Haare?
Mandelöl gibt es in der Drogerie, in der Apotheke und online. Für die Haarpflege achtest du beim Kauf auf diese Punkte:
- 100 % Süßmandelöl: In der INCI-Liste steht nur „Prunus Amygdalus Dulcis Oil“. Bei Mischungen stehen weitere Öle, Duftstoffe oder Silikone mit auf der Liste.
- Kaltgepresst und unraffiniert: Das Öl wird mechanisch ohne zusätzliche Hitze gewonnen und nicht nachträglich chemisch gereinigt.
- Bio-Qualität: Wenn dir das wichtig ist, achte auf ein Bio-Siegel.
- Dunkle oder lichtgeschützte Flasche: Licht und Wärme lassen Öl schneller ranzig werden.
- Kein Speiseöl mit Röstaroma: Geröstetes Mandelöl aus der Küche riecht intensiv und ist für die Haare nicht gedacht.
Unser Tipp: Bio-Mandelöl von African Oils
- 100 % Bio-Mandelöl aus süßen Mandeln (INCI: Prunus Amygdalus Dulcis Oil)
- kaltgepresst und unraffiniert, ohne Zusätze und ohne Silikone
- in 30 ml und 100 ml
Für die Spitzen reicht die 30-ml-Flasche lange, für regelmäßige Haarkuren nimmst du am besten 100 ml. Für eine reichhaltige Kur mischst du es mit unserem Bio-Rizinusöl, über Nacht schützt eine Seidenhaube Haar und Kopfkissen.
Darauf solltest du achten
- Nussallergie: Mandelöl wird aus Mandeln hergestellt. Wenn du auf Mandeln oder andere Nüsse allergisch reagierst, verzichte darauf oder frag vorher deine Ärztin oder deinen Arzt.
- Vorher testen: Trage vor der ersten Anwendung etwas Öl in der Armbeuge auf und warte 24 Stunden. Rötet sich die Haut oder juckt sie, verwende das Öl nicht.
- Nur äußerlich und nicht in die Augen: Falls doch etwas ins Auge gelangt, spüle es mit klarem Wasser aus.
- Nicht zu viel: Zu viel Öl lässt das Haar strähnig und schwer wirken. Lieber mit wenigen Tropfen anfangen.
- Richtig lagern: Kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahren und innerhalb der angegebenen Haltbarkeit nach dem Öffnen aufbrauchen. Riecht das Öl ranzig, entsorge es.
Häufige Fragen
Welches Mandelöl ist für die Haare geeignet?
Süßes Mandelöl, also Süßmandelöl mit der INCI-Bezeichnung „Prunus Amygdalus Dulcis Oil“. Am besten kaltgepresst, unraffiniert und ohne Zusätze. Bittermandelöl und geröstetes Speiseöl sind für die Haarpflege nicht gedacht.
Kann ich Mandelöl über Nacht im Haar lassen?
Ja. Gerade bei trockenem Haar ist eine Kur über Nacht beliebt. Schütze dein Kopfkissen mit einem Handtuch oder einer Seidenhaube und wasche das Öl am Morgen gründlich aus. Bei feinem Haar oder schnell fettender Kopfhaut reichen meist 30 bis 60 Minuten.
Wie oft sollte ich Mandelöl ins Haar geben?
Als Haarkur einmal pro Woche, bei sehr trockenem Haar auch zweimal. Ein bis drei Tropfen für die Spitzen kannst du nach jeder Haarwäsche oder bei Bedarf auch täglich im trockenen Haar verwenden.
Was ist besser für die Haare: Kokosöl oder Mandelöl?
Das hängt von deinem Haar ab. Mandelöl ist leicht, fast geruchlos und passt auch zu feinem Haar. Kokosöl ist bei Zimmertemperatur oft fest, riecht nach Kokos und wird meist als Kur vor dem Waschen verwendet. Manche Menschen empfinden ihr Haar nach Kokosöl als strohig, dann ist Mandelöl eine gute Alternative.
Macht Mandelöl die Haare fettig?
Nur, wenn du zu viel nimmst oder es am Ansatz verteilst. Mandelöl zieht gut ein. Für die Spitzen reichen ein bis drei Tropfen, bei schnell fettender Kopfhaut lässt du den Ansatz aus.
Kann ich Mandelöl auch für den Bart oder die Haut verwenden?
Ja. Mandelöl macht auch Barthaare weich und gut kämmbar und pflegt die Haut darunter. Auf der Haut eignet es sich für trockene Stellen, als Massageöl oder zum Abschminken.












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