Hautpflege

Kokosöl für die Haut: Anwendung und was du wissen solltest

Gloria 8 Min. Lesezeit
Braune Pipettenflasche flüssiges Bio-Kokosöl von African Oils auf cremefarbenem Hintergrund

Kurz gesagt: Kokosöl pflegt trockene Haut am Körper und macht sie geschmeidig, am besten direkt nach dem Duschen auf leicht feuchter Haut. Es gibt zwei Arten: natives Kokosöl wird unter etwa 24 °C fest und riecht nach Kokos, fraktioniertes Kokosöl bleibt immer flüssig, ist fast geruchlos und zieht schneller ein. Im Gesicht ist Vorsicht angebracht, weil Kokosöl bei Neigung zu Unreinheiten Poren verstopfen kann. Kokosöl ist kein Sonnenschutz.

Kokosöl gilt als Alleskönner für die Haut, und im Netz kursieren viele Tipps dazu. Doch „Kokosöl“ ist nicht gleich Kokosöl: Das feste Kokosöl im Glas und das flüssige in der Pipettenflasche unterscheiden sich deutlich. In diesem Ratgeber erfährst du, worin der Unterschied liegt, wie du Kokosöl für die Haut anwendest, was du im Gesicht beachten solltest und welche Versprechen nicht stimmen.

Inhalt

Natives und fraktioniertes Kokosöl: der Unterschied

Natives Kokosöl (auch „virgin“ oder „extra vergine“) wird aus dem frischen Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen und nicht weiter gereinigt. Es ist bei Zimmertemperatur meist fest, schmilzt ab etwa 24 °C und riecht deutlich nach Kokos. Der größte Bestandteil ist die Fettsäure Laurinsäure.

Fraktioniertes Kokosöl entsteht, wenn man vom Kokosöl die Bestandteile abtrennt, die es fest werden lassen. Übrig bleiben vor allem mittelkettige Fettsäuren (Caprylsäure und Caprinsäure), die Laurinsäure ist größtenteils entfernt. Das Ergebnis ist ein klares, dünnflüssiges Öl, das auch im Winter flüssig bleibt, fast nicht riecht und schnell einzieht.

Natives KokosölFraktioniertes Kokosöl
Konsistenzunter ca. 24 °C fest, schmilzt auf der Hautimmer flüssig, dünn
Geruchdeutlich nach Kokosfast geruchlos
HauptbestandteilLaurinsäureCapryl- und Caprinsäure, kaum Laurinsäure
Einziehenlangsamer, reichhaltigerschnell, leichter Film
Typischer EinsatzKörperpflege, KochenKörperpflege, Massage, Basis für Ölmischungen, Haarpflege
Studien zur Hauteinige kleine Studienkaum eigene Studien

Wichtig: Was du im Netz über Studien zu Kokosöl liest, bezieht sich fast immer auf natives Kokosöl. Weil fraktioniertes Kokosöl anders zusammengesetzt ist, lassen sich diese Ergebnisse nicht einfach übertragen. Unser flüssiges Bio-Kokosöl ist fraktioniert, deshalb beschreiben wir hier ehrlich, was für welches Öl gilt.

Was macht Kokosöl mit der Haut?

Beide Varianten sind Pflegeöle. Sie legen sich als Film auf die Haut, machen trockene, raue Stellen geschmeidiger und helfen, dass die vorhandene Feuchtigkeit nicht so schnell verloren geht. Selbst bringen Öle keine Feuchtigkeit mit, deshalb wirken sie am besten auf leicht feuchter Haut.

Was Studien zeigen: In einer kleinen Studie mit Menschen mit trockener Haut an den Unterschenkeln war natives Kokosöl als Pflegeöl ähnlich gut verträglich und pflegend wie Mineralöl (Agero und Verallo-Rowell, 2004). Das betrifft natives Kokosöl. Für fraktioniertes Kokosöl gibt es solche Studien kaum. Was du damit sicher bekommst: ein leichtes Öl, das sich gut verteilen lässt, schnell einzieht und trockene Haut geschmeidig macht.

Kokosöl für die Haut: so wendest du es an

Als Körperpflege nach dem Duschen:

  1. Haut nur abtupfen: Direkt nach dem Duschen die Haut leicht feucht lassen.
  2. Wenig nehmen: Für Arme oder Beine reichen 5–10 Tropfen flüssiges Kokosöl. Natives Kokosöl erst zwischen den Händen schmelzen lassen.
  3. Einmassieren: Gleichmäßig verteilen und kurz einziehen lassen, bevor du dich anziehst.
  • Als Massageöl: Fraktioniertes Kokosöl lässt sich gut verteilen, bleibt lange gleitfähig und riecht kaum. Deshalb wird es oft als Massageöl verwendet.
  • Für Hände und Nagelhaut: Einen Tropfen auf die Nagelhaut geben und einmassieren, gern abends.
  • Für Ellenbogen, Knie und Fersen: Hier darf es etwas mehr sein. Für sehr trockene Stellen ist eine reichhaltigere Pflege wie Sheabutter oft angenehmer.
  • Als Basis für Mischungen: Fraktioniertes Kokosöl verdünnt dickflüssige Öle, zum Beispiel Rizinusöl im Verhältnis 1 Teil Rizinusöl zu 2 Teilen Kokosöl.
  • Zum Abschminken: Öl löst Make-up gut. Ein paar Tropfen auf ein Wattepad geben und sanft abnehmen, danach das Gesicht wie gewohnt reinigen. Augen-Make-up vorsichtig entfernen, ohne dass Öl ins Auge gelangt.

Für die Haare haben wir einen eigenen Ratgeber: Kokosöl für Haare: Anwendung, fest vs. flüssig & häufige Fehler.

Kokosöl im Gesicht: Vorsicht bei Unreinheiten

Natives Kokosöl steht in den bekannten Tabellen zur Porenverstopfung (Fachwort: komedogen) weit oben, mit einem Wert von 4 auf einer Skala von 0 bis 5. Diese Tabellen beruhen zwar auf alten Tests und sind nur grobe Anhaltspunkte. Viele Hautärztinnen und Hautärzte raten trotzdem davon ab, natives Kokosöl bei Neigung zu Pickeln und Mitessern ins Gesicht zu geben.

Fraktioniertes Kokosöl ist anders zusammengesetzt und leichter. Für seine Porenverträglichkeit gibt es aber keine verlässlichen Daten. Unser Rat:

  • Haut mit Neigung zu Unreinheiten: Kokosöl im Gesicht lieber weglassen und ein anderes Öl wählen oder nur zum Abschminken verwenden und danach gründlich reinigen.
  • Trockene Haut: Wenn du es probieren möchtest, starte mit 1–2 Tropfen fraktioniertem Kokosöl am Abend und teste es zuerst ein paar Tage an einer kleinen Stelle, zum Beispiel am Kinn.
  • Alternative fürs Gesicht: Viele nutzen im Gesicht lieber ein leichtes Öl wie Arganöl.

Ist Kokosöl ein Sonnenschutz?

Nein. Im Netz liest man immer wieder, Kokosöl habe einen Lichtschutzfaktor. Der ist, wenn überhaupt, so gering, dass er keinen Schutz vor Sonnenbrand bietet. Verwende in der Sonne immer ein Sonnenschutzmittel mit ausgewiesenem LSF. Kokosöl kannst du abends als Pflege nach dem Sonnenbad nutzen, auf intakter Haut ohne Sonnenbrand.

Was Kokosöl nicht kann

Kokosöl wird oft als Hausmittel gegen Neurodermitis, Pilz, Akne, Narben oder Falten beschrieben, und manche Seiten zeigen dazu Vorher-nachher-Bilder. Dafür gibt es keine verlässlichen Belege, die eine Selbstbehandlung rechtfertigen. Wir versprechen das nicht. Kokosöl ist ein Pflegeöl für trockene Haut.

Wenn du Hautprobleme wie Ekzeme, Juckreiz, Pilzinfektionen, Akne oder offene Stellen hast, lass das bitte von einer Hautärztin oder einem Hautarzt abklären, bevor du selbst etwas aufträgst.

Welches Kokosöl für die Haut?

  • Du magst den Kokosduft und eine reichhaltige Pflege: Natives Kokosöl für den Körper.
  • Du willst ein leichtes, geruchsneutrales Öl, das immer flüssig ist: Fraktioniertes Kokosöl, ideal für Massage, Mischungen und unterwegs, weil es nicht fest wird.
  • Auf das Etikett achten: Fraktioniertes Kokosöl steht je nach Hersteller als „Cocos Nucifera Oil“ oder als „Caprylic/Capric Triglyceride“ in der INCI-Liste. Achte darauf, dass keine Duftstoffe oder Silikone zugesetzt sind.
  • Bio-Siegel: Wenn dir Bio wichtig ist, achte auf ein Bio-Siegel.
  • Verpackung: Für flüssiges Öl ist eine dunkle Flasche mit Pipette praktisch, damit du tropfenweise dosieren kannst.

Unser Tipp: flüssiges Bio-Kokosöl von African Oils

  • 100 % fraktioniertes Bio-Kokosöl, bleibt immer flüssig
  • dünnflüssig, fast geruchlos, vegan, ohne Silikone und ohne Zusätze
  • in 30 ml und 100 ml, 12 Monate haltbar nach dem Öffnen

Für Körper, Massage, Haare und als Basis für Ölmischungen. Zum Mischen passt unser Bio-Rizinusöl, für sehr trockene Stellen unsere Bio-Sheabutter.

Hinweise zur Anwendung

  • Nur äußerlich anwenden. Kosmetisches Kokosöl ist nicht zum Essen gedacht.
  • Nicht in die Augen bringen. Falls doch etwas hineingelangt, mit klarem Wasser ausspülen.
  • Vorher testen: Trage vor der ersten Anwendung einen Tropfen in der Armbeuge auf und warte 24 Stunden. Rötet sich die Haut oder juckt sie, verwende das Öl nicht.
  • Allergie: Wenn du allergisch auf Kokos reagierst, verzichte auf Kokosöl und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Nicht auf Sonnenbrand, offene oder entzündete Haut auftragen.
  • Lagerung: kühl, dunkel und gut verschlossen. Riecht das Öl ranzig, nicht mehr verwenden.

Häufige Fragen

Ist Kokosöl gut für die Haut?

Für trockene Haut am Körper ist Kokosöl ein einfaches Pflegeöl, das die Haut geschmeidig macht. Im Gesicht passt es nicht für jeden, vor allem nicht bei Neigung zu Unreinheiten. Teste es deshalb zuerst an einer kleinen Stelle.

Wie oft sollte man Kokosöl auf die Haut auftragen?

Am Körper kannst du Kokosöl täglich nach dem Duschen verwenden. Wenn sich die Haut gepflegt anfühlt, reicht auch jeder zweite Tag. Im Gesicht starte mit zwei- bis dreimal pro Woche und beobachte, wie deine Haut reagiert.

Warum zieht Kokosöl manchmal schlecht ein?

Meist war es zu viel oder die Haut war ganz trocken. Nimm weniger Öl und trage es auf leicht feuchte Haut auf. Natives Kokosöl ist reichhaltiger und bleibt länger spürbar, fraktioniertes Kokosöl zieht schneller ein.

Wird fraktioniertes Kokosöl im Winter fest?

Nein. Fraktioniertes Kokosöl bleibt auch bei kühlen Temperaturen flüssig. Natives Kokosöl wird dagegen unter etwa 24 °C fest und schmilzt auf der warmen Haut wieder.

Was ist besser für die Haut: Kokosöl oder Olivenöl?

Beide pflegen trockene Haut. Olivenöl ist schwerer und riecht kräftig, fraktioniertes Kokosöl ist leichter und fast geruchlos. Für empfindliche Haut wird Olivenöl pur oft nicht empfohlen. Am Ende entscheidet, was sich für deine Haut gut anfühlt.

Kann ich Kokosöl nach dem Rasieren verwenden?

Auf intakter Haut ja, ein paar Tropfen machen die Haut nach dem Rasieren geschmeidig. Auf kleinen Schnitten oder gereizter Haut lieber nicht, dort erst abheilen lassen.

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Kommentare

1 Kommentar zu „Kokosöl für die Haut: Anwendung und was du wissen solltest“

  1. […] Pflegeöle für die Haut: Kokosöl für die Haut, Arganöl fürs Gesicht und Rizinusöl für die Haut. Für den Bart: […]

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