Kurz gesagt: Eine Haarkur selber machen ist einfach: Mische 2–3 Esslöffel Pflanzenöl, zum Beispiel Argan-, Mandel- oder Rizinusöl, eventuell mit einer Küchenzutat wie Honig, Avocado oder Eigelb. Trage die Kur auf die Längen und Spitzen auf, lass sie 20–45 Minuten unter einem Handtuch einwirken und wasch sie mit Shampoo aus. Rühre jede Kur frisch an, denn Mischungen mit Lebensmitteln sind nicht haltbar. Eine Haarkur pflegt die Haare, lässt sie aber nicht schneller wachsen.
Deine Haare fühlen sich trocken an, die Spitzen sind spröde oder die Locken wollen nicht so recht? Dafür brauchst du keine teure Haarmaske. Mit einem guten Öl und ein, zwei Zutaten aus der Küche rührst du dir in fünf Minuten eine Kur selbst an. Hier findest du fünf einfache Rezepte, die passende Einwirkzeit, Tipps zum Auswaschen und alles, was du zu Hygiene und Haltbarkeit wissen solltest.
Inhalt
- Was ist eine Haarkur?
- Welches Öl passt zu deinen Haaren?
- 5 Rezepte: Haarkur selber machen mit Öl
- So wendest du die Haarkur an
- Öl richtig auswaschen
- Hygiene und Haltbarkeit
- Lässt eine Haarkur die Haare wachsen?
- Darauf solltest du achten
- Häufige Fragen
Was ist eine Haarkur?
Eine Haarkur ist eine intensive Pflege, die länger im Haar bleibt als eine Spülung, meist 20 Minuten bis mehrere Stunden. Sie legt sich um das Haar, macht es geschmeidiger, leichter kämmbar und lässt es glänzen. Die Begriffe Haarkur und Haarmaske werden meist gleich verwendet. Wenn es einen Unterschied gibt, dann diesen: Eine Maske ist oft cremiger und dicker, eine Kur kann auch ein reines Öl sein.
Selbstgemachte Kuren mit Öl eignen sich besonders für trockenes, lockiges, krauses oder strapaziertes Haar. Bei feinem Haar nimmst du weniger und leichtere Öle, damit nichts beschwert.
Welches Öl passt zu deinen Haaren?
Die Basis jeder Kur ist das Öl. Es bestimmt, wie reichhaltig sie wird und wie leicht sie sich auswaschen lässt. Die Kurzfassung, ausführlich in unserem großen Haaröl-Guide:
| Öl | Konsistenz | Passt gut zu |
|---|---|---|
| Arganöl | mittel | trockenem, lockigem und krausem Haar, für Glanz |
| Mandelöl | leicht, mild | fast jedem Haar, auch für Einsteiger |
| Rizinusöl | sehr dickflüssig | dickem Haar und Kopfhaut, immer mit einem leichteren Öl mischen |
| Kokosöl, fraktioniert | flüssig, sehr leicht | feinem Haar, das schnell beschwert wirkt |
| Hanföl | leicht | normalem bis feinem Haar |
| Sheabutter | fest, schmilzt auf der Haut | sehr trockenen Spitzen und dichten Locken |
5 Rezepte: Haarkur selber machen mit Öl
Die Mengen reichen für schulterlanges Haar. Für kurzes Haar nimmst du die Hälfte, für sehr langes oder sehr dichtes Haar das Doppelte. Ein Esslöffel (EL) sind etwa 15 ml, ein Teelöffel (TL) etwa 5 ml.
| Rezept | Für | Einwirkzeit |
|---|---|---|
| 1. Rizinus + Mandel | dickes Haar, Kopfhaut | 30–60 Minuten oder über Nacht |
| 2. Argan + Honig | trockene, spröde Spitzen | 20–30 Minuten |
| 3. Kokos + Avocado | sehr trockenes, lockiges Haar | 20–30 Minuten |
| 4. Mandel + Eigelb | stumpfes, normales Haar | 20 Minuten |
| 5. Hanf + Joghurt | feines Haar | 15–20 Minuten |
1. Rizinusöl und Mandelöl: für dickes Haar und die Kopfhaut
Rizinusöl ist sehr zäh und lässt sich pur kaum verteilen und schwer auswaschen. Mit Mandelöl gemischt wird es flüssiger und angenehmer. Beide Öle in einer kleinen Schale verrühren, auf Kopfhaut und Längen verteilen und sanft einmassieren. Da die Mischung nur aus Öl besteht, kannst du sie auch über Nacht einwirken lassen. Mehr zu Rizinusöl und was es wirklich kann, liest du in Rizinusöl für die Haare: Top oder Flop?
2. Arganöl und Honig: für trockene Spitzen
- 2 EL Arganöl
- 1 TL flüssiger Honig
Honig und Öl verbinden sich besser, wenn du die Schale kurz in warmes Wasser stellst. Gut verrühren und vor allem in die Längen und Spitzen geben, nicht auf die Kopfhaut. Honig klebt etwas, spüle deshalb zuerst gründlich mit lauwarmem Wasser aus und wasch danach mit Shampoo.
3. Kokosöl und Avocado: für sehr trockenes, lockiges Haar
- ½ reife Avocado
- 2 EL flüssiges Kokosöl (fraktioniert)
Die Avocado mit einer Gabel sehr fein zerdrücken oder pürieren, sonst bleiben Stückchen im Haar hängen. Das Kokosöl unterrühren, bis eine glatte Creme entsteht. Fraktioniertes Kokosöl bleibt flüssig und lässt sich leichter mischen und auswaschen als festes Kokosöl. Warum das so ist, erklären wir in Kokosöl für Haare.
4. Mandelöl und Eigelb: für stumpfes Haar
- 1 Eigelb
- 1 EL Mandelöl
Eigelb und Öl mit einer Gabel verquirlen und auf das handtuchtrockene Haar geben. Wichtig: nur mit lauwarmem oder kühlem Wasser ausspülen. Heißes Wasser lässt das Ei stocken und es bleibt im Haar hängen. Mehr Ideen mit diesem milden Öl findest du in Mandelöl für Haare.
5. Hanföl und Joghurt: leichte Kur für feines Haar
- 2 EL Joghurt ohne Zucker
- 1 TL Hanföl
Joghurt macht die Kur cremig, das bisschen Hanföl sorgt für Pflege, ohne feines Haar platt zu machen. Verrühren, in die Längen geben, 15 bis 20 Minuten einwirken lassen und gründlich auswaschen.
Ohne Zutaten aus der Küche: Auch ein einzelnes Öl ist schon eine Kur. Argan- oder Mandelöl pur in die Längen, für sehr trockene Spitzen etwas geschmolzene Sheabutter dazu, fertig.
Unser Tipp: Bio-Arganöl als Basis für deine Haarkur
- 100 % reines Bio-Arganöl, kaltgepresst und unraffiniert
- ohne Silikone und ohne Zusätze
- in 30 ml und 100 ml
Für die Rezepte oben passen außerdem unser Bio-Mandelöl und unser Bio-Rizinusöl. Für die Kur über Nacht schützt eine Seidenhaube dein Kopfkissen.
So wendest du die Haarkur an
- Vorbereiten: Haare gut durchkämmen. Reine Ölkuren kannst du auf trockenes Haar geben, Kuren mit Avocado, Ei oder Joghurt verteilen sich auf handtuchtrockenem Haar leichter.
- Auftragen: Haare in Abschnitte teilen und die Kur von der Mitte bis in die Spitzen einarbeiten. Die Kopfhaut nur bei reinen Ölkuren mitbehandeln, wenn sie trocken ist.
- Einpacken: Haare locker hochstecken und eine Duschhaube oder ein Handtuch darüber legen. Die Wärme macht das Ganze angenehmer und nichts tropft.
- Einwirken lassen: je nach Rezept 15 bis 45 Minuten, siehe Tabelle. Reine Ölkuren dürfen auch über Nacht bleiben.
- Auswaschen: wie unten beschrieben, danach wie gewohnt pflegen.
Wie oft? Für die meisten reicht eine Haarkur einmal pro Woche. Sehr trockenes oder lockiges Haar verträgt auch zwei pro Woche, feines Haar eher alle zwei Wochen. Wird dein Haar schwer oder fettig, mach seltener eine Kur oder nimm weniger Öl.
Kur über Nacht: Das klappt nur mit reinen Ölmischungen wie Rezept 1, nicht mit Ei, Avocado, Joghurt oder Honig. Flechte die Haare locker und zieh eine Seidenhaube oder ein altes Handtuch über das Kissen, denn Öl hinterlässt Flecken.
Öl richtig auswaschen
Der häufigste Fehler bei selbstgemachten Kuren: Die Haare sind danach fettig. Mit diesem Trick bekommst du das Öl gut heraus:
- Shampoo zuerst: Gib das Shampoo direkt auf das eingeölte Haar, bevor du es nass machst, und massiere es ein. So verbindet es sich besser mit dem Öl.
- Dann Wasser: Mit wenig lauwarmem Wasser aufschäumen und gründlich ausspülen.
- Zweite Wäsche: Bei viel Öl oder Rizinusöl ein zweites Mal shampoonieren.
- Spülung: Danach brauchst du meist nur wenig oder gar keine Spülung.
Hygiene und Haltbarkeit: immer frisch anrühren
Selbstgemachte Kuren enthalten keine Konservierungsstoffe. Mit Lebensmitteln wie Avocado, Ei, Joghurt oder Honig können sich darin schnell Keime vermehren.
- Frisch anrühren: nur so viel, wie du für eine Anwendung brauchst. Reste wegwerfen, nicht aufheben.
- Sauber arbeiten: saubere Schale und Löffel verwenden und das Öl nicht mit den Fingern aus der Flasche holen.
- Reine Ölmischungen: ohne Wasser und ohne Lebensmittel halten sie in einer sauberen, dunklen Flasche einige Wochen. Lagere sie kühl und dunkel und beschrifte sie mit Datum.
- Riechtest: Riecht ein Öl ranzig oder hat sich die Farbe verändert, nicht mehr verwenden.
Lässt eine Haarkur die Haare wachsen?
Ehrlich gesagt: Nein. Eine Haarkur pflegt das Haar, das schon da ist. Es wird geschmeidiger, bricht beim Kämmen weniger leicht und glänzt. Dass Öle wie Rizinusöl oder Zutaten wie Ei die Haare schneller oder dichter wachsen lassen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Wie schnell deine Haare wachsen, hängt vor allem von Genen, Hormonen und deiner Gesundheit ab. Wenn dir auffällig viele Haare ausfallen, lass das ärztlich abklären.
Darauf solltest du achten
- Vorher testen: Trage die fertige Mischung vor der ersten Anwendung in der Armbeuge auf und warte 24 Stunden. Rötet sich die Haut oder juckt sie, verwende die Kur nicht.
- Allergien: Mandelöl stammt aus Mandeln. Wenn du auf Nüsse, Eier oder andere Zutaten allergisch reagierst, lass sie weg.
- Nicht in die Augen: Falls doch etwas hineingelangt, mit klarem Wasser ausspülen.
- Kopfhaut: Bei gereizter, entzündeter oder stark schuppender Kopfhaut lass das ärztlich abklären. Tipps für trockene Kopfhaut findest du in unserem Ratgeber Trockene Kopfhaut.
- Abfluss: Viel Öl und Avocadoreste nicht direkt in den Abfluss, sondern überschüssige Reste vorher mit einem Tuch abnehmen.
Häufige Fragen
Wie lange sollte man eine Haarkur einwirken lassen?
Kuren mit Küchenzutaten 15 bis 30 Minuten, reine Ölkuren 30 bis 60 Minuten oder über Nacht. Länger als nach Rezept bringt bei Mischungen mit Lebensmitteln nichts, sie trocknen eher an.
Wie oft sollte man eine Haarkur machen?
Einmal pro Woche reicht für die meisten. Bei sehr trockenem oder lockigem Haar sind zwei Kuren pro Woche möglich, bei feinem Haar eher alle zwei Wochen.
Kann ich mit einer Haarkur schlafen?
Mit einer reinen Ölkur ja, zum Beispiel Rizinus- und Mandelöl. Schütze dein Kissen mit einer Seidenhaube oder einem Handtuch. Kuren mit Ei, Avocado, Joghurt oder Honig solltest du nicht über Nacht im Haar lassen.
Haarkur auf nasses oder trockenes Haar?
Reine Ölkuren auf trockenes oder leicht feuchtes Haar, so nimmt das Haar das Öl gut auf. Cremige Kuren mit Avocado, Ei oder Joghurt lassen sich auf handtuchtrockenem Haar leichter verteilen.
Was ist der Unterschied zwischen Haarkur und Haarmaske?
Kaum einer. Beide Begriffe meinen eine intensive Pflege, die länger einwirkt als eine Spülung. Als Maske werden oft dickere, cremige Kuren bezeichnet, eine Haarkur kann auch ein reines Öl sein.
Kann ich für die Haarkur auch Olivenöl nehmen?
Ja, Olivenöl aus der Küche funktioniert. Es ist aber recht schwer, riecht deutlich und lässt sich schlechter auswaschen. Leichter sind Mandelöl oder fraktioniertes Kokosöl, für Glanz bei trockenem Haar eignet sich Arganöl.










